Ägypten: Todesstrafe wegen Mordes gegen Baulöwe verhängt

Ägypten QuizIn Kairo ist der ägyptische Baulöwe Hischam Talaat Mustafa für den Mord an der libanesischen Popsängerin Suzanne Taznim zum Tod verurteilt worden. Dies berichtet die saudisch Zeitung „ArabNews“. Ein Kairoer Gericht sah als erwiesen an, dass Mustafa einen ehemaligen Polizisten beauftragt hat, die Sängerin zu töten. Der Ex-Polizist wurde ebenfalls zum Tode verurteilt.

Der Täter sagte aus, Mustafa habe ihm 2 Millionen US-Dollar für den Auftragsmord gezahlt, nachdem die Sängerin den Baulöwen abgewiesen hatte.
Laut dem Blatt verkündete der Richter das Urteil schreiend, da der Gerichtssaal voller Zuschauer war. Der Fall hatte aufgrund der Bekanntheit von Täter und Opfer im Land große öffentliche Aufmerksamkeit erhalten. Die letzte Entscheidung, ob die Todesstrafe tatsächlich vollstreckt wird, hat der Großmufti Ägyptens, dessen Urteil für den 25 Juni erwartet wird. Laut „Arab News“ ist es sehr unwahrscheinlich, dass dieser die beiden Verurteilten begnadigen wird. Falls der Geistliche die Verurteilten nicht begnadigt, werden beide erhängt.

Die Urteilsverkündung war der erste öffentliche Prozesstag, die vorangegangenen 30 Verhandlungstage hatten unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden, weil heftige Reaktionen erwartet wurden, so das Blatt.

Die Sängerin war am 28 Juli vergangenen Jahres in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten ermordet worden. Der Täter gab an, sich als Service-Mitarbeiter des Wohnkomplexes ausgegeben und so Zutritt zur Wohnung von Taznim verschafft zu haben. Die Täterschaft des Expolizisten gilt als erwiesen, es gibt Videoaufnahmen, wie er den Tatort verlässt, zudem wurde seine DNA am Tatort gefunden. Auch die 2 Millionne US-Dollar, die er für den Mord erhalten haben soll, wurden in seiner Wohnung sichergestellt

Mustafa ist Bauunternehmer, Milliardär und zudem politisch aktiv. Er ist Mitglied der Schura-Rates, dem Oberhaus des ägyptischen Parlaments. Er wurde im September vergangenen Jahres verhaftet, seine Immunität wurde aufgehoben. Die Aufzeichnung eines Telefongesprächs zwischen Auftraggeber und Täter war das wichtigste Beweisstück für die Verurteilung Mustafas. Im Vorfeld des Prozesses hatte es laut „Arab News“ zahlreiche Spekulationen gegeben, dass der Baulöwe aufgrund seines Einflusses nur eine milde Strafe erhalten würde.



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