Ägypten: neues Kabinett startet verspätet

Kairo

Kairo

Der ägyptische Premierminister Essam Sharaf hat gestern die Vereidigung des neuen Kabinetts vertagt – offenbar wegen der Proteste gegen die Trägheit der Reformen im Land. Sharaf hatte das Kabinett umgebildet, nachdem in Kairo seit zehn Tagen Protestierende auf dem Tahrirplatz versammelt sind. Das berichtet die Kuwait Times.Nach der Kabinettsumbildung wurden erneute Proteste laut, vor allem weil dort immernoch unbeliebte Minister vertreten sind – wie etwa Justizminister Abdel Aziz al-Gindi, dem man vorwirft, er verzögere Prozesse gegen Angehörige der ehemaligen Regierung um Hosni Mubarak.
Mubaraks Anwalt hatte am Sonntag erklärt, der 83Jährige sei ins Koma gefallen – Angehörige des Krankenhauspersonals erklärten, dass dies nicht der Fall sei. Mubarak und seine Söhne sind wegen der Tötungen von Demonstranten und Korruption angeklagt, am 3. August soll der Prozess beginnen.

Gestern sollten 14 Kabinettsmitglieder vor Feldmarschall Hussein Tantawi ihren Amtseid ablegen. Die Zeremonie wurde auf heute verschoben. Zu den Mitgliedern gehören auch der Ex-Weltbank-Vertreter Mohammed Kamel Amr als Außenminister und der Ökonom Hazem Beblawi, als Finanzminister. In der Kritik stand vor der Umbildung vor allem auch der für Antiquitäten zuständige Minister Zahi Hawass, dem enge Verbindungen zur Familie Mubaraks nachgesagt werden. Sein Nachfolger Abdel Fatah Al Banna wurde von Vertretern aus dem Bereich Antiquitäten kritisiert, woraufhin Sharaf die Personalie noch einmal zur Disposition stellte.

Mit Ali Al Silmi ernannte Sharaf auch einen Vertreter der liberalen Wafd-Partei. Dreizehn Minister der bisherigen Übergangsregierung behielten ihre Posten, wie Innenminister Mansur Essawy, gegen den ebenfalls protestiert wurde.



Schlagworte: , , ,

Kommentar schreiben