Ägypten: Kritik an Bischof für Koran-Äußerungen

KoranDer Großimam der Al-Azhar Moschee in Kairo hat die Aussagen eines koptischen Bischofs über den Koran verurteilt. Dessen Aussagen gefährdeten die nationale Sicherheit. Das berichtet Egypt Daily News nach einem AFP-Bericht. Der Bischof hatte die Echtheit einiger Koranverse bezweifelt und gesagt, diese seien erst nach dem Tod des Propheten Mohammed in den Koran eingefügt worden. Er forderte zu einer Untersuchung und Diskussion über die Streichung von Verses auf, der Christen als Ungläubige bezeichne.

„Solch ein Verhalten ist unverantwortlich und gefährdet die nationale Einheit zu einem Zeitpunkt, an dem es besser wäre diese zu schützen, so Imam Ahmed Al Tayyib, der vor den möglichen Folgen auf Muslime innerhalb und außerhalb Ägyptens warnte. Die Al Azhar Moschee gilt als höchste sunnitische Instanz im Land.

Der koptische Bischof Bishoy hatte gegenüber dem ägyptischen Botschafter in Zypern geäußert, er vermute, einige Koranverse seien von einem Nachfolger Mohammeds, dem Kalifen Uthman verfasst worden. Nach der Kritik durch christliche und muslimische Führer, hatte Bishoy von einem „Missverständnis“ gesprochen, da man seine Äußerungen aus dem Kontext gerissen habe. Bishoy ist Sekretär der Heiligen Synode der koptischen Kirche.

In Ägypten kommt es immer wieder zu teils gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Kopten und Muslimen. Sechs bis zehn Prozent der Ägypter sind Kopten, sie klagen über systematische Diskriminierungen und Benachteiligungen.

Auch der koptische Papst Schenouda III hat die Äußerungen Bishoys kritisiert. Der Geistliche hat Kontakt zu muslimischen Führern aufgenommen, um die Wogen der Auseinandersetzung zu glätten.

Die Vereinigung islamischer Anwälte hat angekündigt ein Verfahren gegen Bishoy anzustreben. Sie werfen ihm „vorsätzliche Beleidigung der islamischen Religion“ vor. Auch die Muslimbruderschaft hat sich in die Debatte eingeschaltet. Deren Chef Mohammed Badia fordert, man müsse auf alle reagieren, die das Buch Gottes oder den Propheten beschimpfe, indem man sich dem Buch zuwende, es im Herzen habe und in der eigenen Moral zeige. Beobachter befürchten indessen, die Muslimbrüderschaft könne interreligiöse Spannungen für die Organisation von Protesten nutzen.



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