Ägypten: 2 Tote bei Angriff auf Polizeiposten/ Proteste in Kairo

Kairo

Bei einem Angriff auf einen Polizeiposten auf dem Sinai südlich des Flughafens von Al Arisch sind zwei Polizisten getötet und ein weiterer verletzt worden. Die Angreifer fuhren Wagen mit aufgesetzten Maschinengewehren. Das berichtet Al Dschasirah.

Angeblich sollen Polizisten das Feuer auf die fliehenden Angreifer eröffnet haben, konnten diese jedoch nicht aufhalten. Im Sinai treten  seit dem Umsturz in Ägypten immer wieder Bewaffnete auf, weil in der Region ein Machtvakuum entstanden ist. Die Situation zwischen den ansässigen Beduinenstämmen und den Sicherheitskräften ist angespannt. Letzteren wird vorgeworfen, unter Ex-Präsident Hosni Mubarak die Beduinen schlecht behandelt zu haben.

zudem berichtet Al Dschasira, dass heute auf dem Kairoer Tahrir Platz Tausende gegen das Gebahren der derzeitigen Militärregierung demonstrierten. Die Demonstrierenden forderten einen raschen Rückzug des Obersten Rats der Streitkräfte. Zu den Forderungen gehörte auch, Vertreter der Regierung unter Mubarak nicht zu den anstehenden Präsidentschaftswahlen zuzulassen.

Vertreten waren auch die Unterstützer bislang von den anstehenden Wahlen ausgeschlossender Kandidaten. Das Militär habe die Frühlings-Revolution an sich gerissen, warfen sie den Regierenden vor. Über 20 politische Gruppen sollen auf dem Platz vertreten gewesen sein, die sich an unterschiedlichen Stellen auf dem Platz versammelten. Darunter seien die Muslimbrüder, Salafisten, Ulterkonservative und Liberale.

In der Vergangenen Woche entstand im Parlament ein Entwurf Vertreter der Ära Mubarak von den Wahlen im Mai auszuschließen – als Reaktion auf die angekündigte Kandidatur von Omar Suleiman, dem ehemaligen Geheimdienstchef des Ex-Präsidenten. Allerdings muss der Entwurf von der amtierende Militärregierung noch abgesegnet werden.Obwohl Suleiman als Favorit des Militärs gilt, wurde er als Kandidat ausgeschlossen. Ebenfalls von dem Gesetz betroffen wäre der ehemalige Premierminister aus den letzten Amtstagen Mubaraks, Ahmend Schafik, der sich ebenfalls um das Präsidentenamt bewerben will.



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