Tunesien: Präsident verlässt das Land

nahost-header-kleinTunesiens Präsident Zine El Abidine Ben Ali hat aufgrund der heftigen Proteste das Land verlassen. Die Regierung wird nun von Premierminister Mohammed Ghannouchi geführt. Das berichtet Al Dschasirah.

Der Präsident könne „seinen Pflichten derzeit nicht nachgehen“, so der Interimspräsident Ghannouchi im tunesischen Fernsehen. Er rief dazu auf die Verfassung zu respektieren, die regelt auch den Übergang der Staatsführung vom Präsidenten auf den Premier. Zudem solle die Stabilität des Landes wiedererlangt werden. In Tunesien gehen seit Wochen Menschen auf die Straße, um gegen Armut, steigende Preise und Perspektivlosigkeit zu protestieren. Ghannouchi kündigte an, gegen Arbeitslosigkeit und die hohe Inflation zu kämpfen.

Heute ging die Polizei in der Hauptstadt Tunis mit Tränengas gegen Demonstranten vor dem Innenministerium vor. Zudem sollen Knüppel gegen Protestierende eingesetzt worden sein.

Ben Ali war seit 23 Jahren Präsident Tunesiens. Am Donnerstag hatte er angekündigt nicht für einen Wiederwahl zu kandidieren und die Lebensmittelpreise zu senken. In Tunesien herrscht Ausnahmezustand, die französische Fluglinie Air France hat ihre Flüge nach Tunis vorerst gestrichen.



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