Tunesien: Geldstrafe für TV-Chef wegen Film Persepolis

Ein tunesischer TV-Senderchef wurde zu einer Geldstrafe von 2.200 Dinar verurteilt, wegen „Verbreitung von Informationen, die die öffentliche Ordnung stören“. Das berichtet der Daily Star. Nabil Karoui hatte auf seinem Sender Nessma den Zeichentrickfilm „Persepolis“ ausgestrahlt. Darin wird in einer Szene auch Gott dargestellt, was im Islam als verbotengilt.

Amnesty International spricht angesichts des Urteils von einer „Erosion der freien Meinungsäußerung“ in Tunesien. Karoui hatte den Film im vergangenen Oktober auf tunesischem Arabisch ausgestrahlt. Laut der Menschenrechtsorganisation haben die Anwälte des Senderchefs erklärt, er werde gegen das Urteil Berufung einlegen.

In Tunesien wächst die Kritik an der mangelnden Pressefreiheit, weil die Regierung das im vergangenen November verabschiedete  neue Pressegesetz nicht umsetzt und stattdessen immer wieder auf restriktive Vorgaben des Strafgesetzbuches zurückgegriffen wird – wie etwa für „Verbreitung von Informationen, die die öffentliche Ordnung stören“.



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