Libanon: Unruhen rund um Al-Hassan-Beerdigung

Die libanesische Flagge

Rund um die Beerdigung des gestern bei einem Anschlag in Beirut getöteten  Brigadegenerals Wissam Al Hassan, kam es heute zu Protestkundgebungen von Sunniten. Schließlich rief Ex-Premier Saad Hariri seine Anhänger auf, die Straßen von Beirut zu verlassen. Das berichtet LBCI News.

Wütende Trauergäste waren vom Märtyrerplatz zum Grand Serail, dem Regierungssitz des Premierministers marschiert und hatten nach gewaltsamen Auseinanersetzungen die äußere Absperrung des Gebäudes durchbrochen. In Sprechchören forderten sie Premier Nadschib Mikati zum Rücktritt auf. Der syrische Präsident Baschar Al Assad wurde als Drahtzieher des Attentats bezeichnet. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein. Der Abgeordneten Nuhad Mashnouq von Hariris Zukunftsbewegung (in der Opposition) erklärte, die Krawalle würden bis zum Rücktritt der Regierung anhalten.

Auch während der Trauerfeier für Al Hassan hatten sich Poltiker des Oppositionsbündnisses 14. März kämpferisch geäußert. Ex-Premier Fouad Siniora forderte dort ebenfalls den Rücktritt Mikatis, andernfalls würde man ihn für die Deckung der für den Anschlag zuständigen Kriminellen verantwortlich machen. Auch Siniora forderte im Anschluss an die Eskalation am Serail die Trauernden auf, die Straßen zu verlassen. Samir Geagea, Chef der Lebanese Forces forderte friedliche Demonstrationen statt des Angriffs auf den Serail.

Auch aus anderen Teilen Beiruts werden Zwischenfälle gemeldet, so soll die Straße zum Flughafen durch brennende Reifen blockiert worden sein. Blockaden werden auch vom Nejmeh-Platz in Sidon, aus der Abdeh und der Naameh Straße in Tripoli gemeldet – auf letzerer sollen auch Schüsse gehört worden sein.

Indessen sprach sich auch der Mufti von Tripoli und Nordlibanon Scheich Malek Chaar gegen die Stürmung des Regierungspalast aus: „Wir dürfen unsere nationalen Strukturen nicht zerstören“, der Serail und die Sicherheit seien eine rote Linie. Fares Gemayel, Berater  des Premiers, machte  die Zukunftsbewegung um Hariri für den Sturm auf den Regierungspalast verantwortlich.

Earlier and amid a sea of black, flower wreaths, Islamic chants and church bell chimes, Lebanon bade farewell to Brigadier General Wissam al-Hassan and his companion Chief warrant officer Ahmad Sahyouni. The funeral procession commenced from the headquarters of the ISF in Ashrafieh, passing through the explosion site, reaching Martyrs‘ Square in downtown Beirut where Hassan was buried alongside late Prime Minister Rafik Hariri who also was a victim of an assassination in 2005.

An der offiziellen Trauerfeier nahmen auch Präsident Michel Sleiman, Premierminister Nadschib Mikati, der Leiter der für die innere Sicherheit zuständigen Sicherheitsdienstes ISF. General Aschraf Rifi, der Kommandant der libanesischen Armee General Jean Kahwaji und Innenminister Marwan Charbel teil. Sleiman lobte in einer Rede, den Beitrag Al Hassans am Fall Samaha und forderte die Regierung auf, die Drahtzieher dieses Verbrechens nicht zu decken.

Die Särge von Al Hassan und seinem ebenfalls getöteten Begleiters wurden zuvor in die libanesische Flagge gewickelt von der ISF-Zentrale in Aschrafiyeh zum Märtyerplatz gebracht

ISF-Kräfte und die Armee hatten vor der Trauerfeier Straßensperren rund um den Märtyrerplat errichtet. Auf der Trauerfeier wurden neben libanesischen Flaggen und Bildern des gestern Getöteten auch Fotos des 2005 getöteten Ex-Premiers Rafiq Hariri und dessen Sohn Saad Hariri gezeigt. Ebenfalls präsent waren die Flaggen der Zukunftsbewegung, der Lebanese Forces, der fortschrittlichen sozialistischen Partei (um Walid Dschumblatt) und der Syrischen Revolution gezeigt.

 



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