Libanon: Querelen vor den Parlamentswahlen

Libanonwahl

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Im Libanon kommt es im Vorfeld der Wahlen am 7.Juni zu Konflikten. So berichtet die Internetplattform der antisyrischen Zukunftsbewegung unter Berufung auf eine Nachrichtenagentur, dass die Christen des Distrikts Baalbek-Hermel beabsichtigten, die Wahlen zu boykottieren. Grund hierfür seien die in diesem Wahlbezirk aufgestellten christlichen Kandidaten, denen es an Popularität fehle. Das Pro-Porz-Wahlsystem des Libanon orientiert sich an den Anteilen verschiedener religiöser Gruppen an der Bevölkerung.

Anlass für ein politisches Zerwürfnis innerhalb des prosyrischen Oppositionsbündnisses „8.März“, dem auch die schiitische Hisbollah angehört, ist der für einen orthodoxen Abgeordneten bestimmte Parlamentssitz für den Wahlbezirk Aley. Dies berichtet ebenfalls der Webauftritt der „Zukunftsbewegung“. Die „Syische Soziale Nationalistische Partei“ den amtierenden Jugend- und Sportminister Khalil Gebrayel Kheirallah für den Sitz aufstellen möchte Bündnispartner Talal Arslan, Chef der Drusischen Demokratischen Partei des Libanon, Marwan Abu Fadel nominieren. Arslans Gegner verweisen darauf, dass dieser den Kandidaten für den drusischen Sitz festlegen durfte und die Entscheidung für den orthodoxen Sitz anderen überlassen solle.

Vorwürfe die Kandidatenlisten zu manipulieren erhielt auch die Hisbollah. Die Partei kontrolliere die Region Jbeil und entscheide dort, wer kandidieren dürfe und wer nicht, warf ihnen Fares Soueid, Koordinator des antisyrischen Bündnisses „14. März“ vor. Am 7. April lief eine erste Frist ab, zu der die bei den Wahlen antretenden Parteien ihre Kandidatenlisten fertig stellen sollten.



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