Libanon: Kritik an nächtlichem Alkoholverkaufs-Verbot

Die libanesische Flagge

Ein Verbot, Nachts Alkohol zu verkaufen, sorgt im Libanon für Unmut: In der überwiegend christlichen Stadt Hadath entschied die Stadtverwaltung, Alkoholläden nach 22 Uhr zu schließen. Die Besitzer dieser Läden kritisierten die Entscheidung als „politisch motivierten Schritt“, der sie ruinieren werde. Das berichtet der Daily Star. 

Der Leiter der Stadtverwaltung, George Aoun, erklärte indessen, die Entscheidung sei notwendig gewesen, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Es habe zahlreiche Beschwerden von Anwohnern über nächtliche Ruhestörung durch herumlungernde Alkoholkäufer gegeben. Die Ladenbesitzer werfen Aoun, welcher der Freien Patriotischen Bewegung nahe steht – dem Koalitionspartner der schiitischen Hisbollah – er habe mit dieser Entscheidung der Hisbollah einen Gefallen tun wollen, da viele Einwohner schiitisch dominierter Hisbollah-Hochburgen im Süden Beiruts zum Alkoholeinkauf ins nahe Hadath fahren.

Jüngst wurde im Libanon in überwiegend schiitischen Städten der Alkoholverkauf verboten, ohne dass sich dagegen wahrnehmbare Proteste regten.

Anonym erklärte ein Ladenbesitzer gegenüber Daily Star, die Partei sei nicht in der Lage, die Einwohner des Südens von Beirut vom Alkoholkonsum abzuhalten, obwohl es beispielsweise mobile Checkpoints für Kontrollen gebe. Für die Shopbetreiber sei das Verbot eine Katastrophe, da sie einen Großteil ihrer Einnahmen nachts machten.

Die Entscheidung spaltet die Stadt – Sollbruchstellen sind dabei Parteisympathien: Während die Anhänger der Freien Patriotischen Bewegung die Entscheidung begrüßen, lehnen die Anhänger der Bewegung 14. März diese ab.

 



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