Libanon: Interpol sucht Hisbollah-Männer

Die libanesische Flagge

Die libanesische Flagge

Interpol hat der libanesischen Regierung eine Mitteilung geschickt, die Haftbefehle gegen vier Hisbollah-Mitglieder zu vollstrecken. Das berichtet der Daily Star. Die vier Mitglieder der „Partei Gottes“ werden vom Special Tribunal for Lebanon angeklagt. Mit dem internationalen Haftbefehl sind Sicherheitsbehörden verpflichtet, die Gesuchten zu verhaften.

In der Mitteilung fanden sich Klarnamen und Tarnnamen der vier, die als Verdächtige im Mord an dem Ex-Premier Rafiq Al Hariri gelten. Enthalten sind auch Informationen über vorherige Haftbefehle sowie genaue Beschreibungen der Hisbollah-Männer. Die Haftbefehle und Anklagen gegen Mustafa B., Salim A., Asad S. und Hasan A datieren vom 30 Juni. Jetzt bleiben 30 Tage Zeit, die Haftbefehle umzusetzen.

Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah bestätigte indessen, dass es sich bei den Gesuchten um Mitglieder seiner Partei handelt. Erklärte aber, die vier seien unschuldig und würden nicht verhaftet, sondern in Abwesenheit verhandelt. Die Hisbollah wird dem UN-gestützten Tribunal vor, ein amerikanisch-israelisches Projekt zu sein, das den Widerstand im Libanon schwächen solle. Hariri betont immer wieder, dass er nicht mit dem Tribunal zusammenarbeite.

Auch der britische Botschafter meldet sich in dem Fall zu Wort. Am Samstag rief er die neue Regierung um Premier Nadschib Mikati auf, den internationalen Resolutionen Folge zu leisten.

Vertreter Frankreichs und der EU hatten Bedenken geäussert, dass die Hisbollah-gestützte Regierung um Mikati, die Zusammenarbeit mit dem Tribunal schleifen lasse.

Erst am Donnerstag hatte die junge Regierung ein Misstrauensvotum im Parlament überstanden. Zuvor hatten 14 Abgeordnete der Koalition 14 März demonstrativ das Parlament verlassen, um gegen den Umgang mit dem Tribunal zu protestieren.



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