Libanon: Gewalt flaut ab


Die libanesische Flagge

Die libanesische Flagge

Im Libanon kehrt nach einem Wochenanfang voller Proteste und Gewalt wieder Ruhe ein. Die Straßen wurden wieder geöffnet und Barrikaden entfernt. Am Mittwoch wurden zudem Gespräche über die Bildung einer neuen Regierung wieder aufgenommen. Am Dienstag hatte Präsident Michel Sleiman den Milliardär Nadschib Mikati zum Premierminister ernannt und beauftragt, eine neues Kabinett zu bilden, das berichte Al Dschasirah.

Mikati wurde von der schiitischen Hisbollah für den Posten des Premiers vorgeschlagen. Im Parlament setzte er sich mit 68 gegen 60 Stimmen gegen Ex-Premier Saad Hariri durch. Der 55 hatte eine neue Einheitsregierung angekündigt. Laut Al Dschasirah gilt er als relativ neutral und unterhält gute Beziehungen sowohl zu Hariri als auch zu Syriens Präsident Baschar Al Assad.

Hariri hat angekündigt, sich an einer neuen Einheitsregierung unter Mikati nicht beteiligen zu wollen. Zu den Protesten war es gekommen, als sunnitische Muslime gegen Mikatis Ernennung demonstrierten und die wachsende Macht der Hisbollah und Syriens kritisierten.

In Tripoli schoß die Armee an dem ausgerufenen Tag der Wut auf Demonstranten. Diese hatten brennende Barrikaden errichtet. In einer Fernsehansprache versuchte Hariri, die Demonstranten zu beruhigen. Er könne ihre Wut verstehen, so Hariri, der sich gegen Gewalt aussprach.

Mikati, der sich als Mittler zwischen den politischen Lagern versteht, sagte er werde die Einheit und Souveränität des Landes schützen. Er war bereits für drei Monate Premier des Landes – nach dem Mord an Saad Hariris Vater Rafiq 2005.



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