Libanon: Entführungsvorwurf an die Hisbollah durch Hariri-Bündnis

BeirutBeirutIm Libanon soll am Sonntag ein Iraner von Aktivisten der schiitischen Hisbollah im Auftrag des Irans gekommen sein. Dies berichtet die Plattform der libanesischen „Zukunftsbewegung“, einem politischen Gegner der Hisbollah. Bei dem Opfer soll es sich um eine Ahwazi-Familie, Angehörige der arabischen Minderheit im Iran handeln, die von Beirut nach Damaskus verschleppt worden sein, von wo aus sie in den Iran verschleppt gebracht werden sollen.

Die Familie, die aus dem Iran geflohen war, habe bereits in Damaskus gelebt, sei jedoch nach Beirut gekommen, weil man in Syrien eine Auslieferung an den Iran fürchtete, so die Plattform. Die Entführung habe stattgefunden, als der Familienvater das drei Monate alte Baby in ein Krankenhaus gebracht hätte. Die Plattform zitiert einen Vertreter einer Ahwazi-Organisation, es sei in Syrien gängige Praxis Flüchtlinge in den Iran zurückzuschicken, bevor diese in ein anderes Land, das ihnen Asyl gewähre, ausreisen könnten.

Die Minderheit der Ahwazi beklagt sich über Diskriminierungen im Iran. Nach ersten Golfkrieg zwischen dem Iran und Irak 1980-1988 warf man den arabischsprachigen Ahwazi vor, sie hätten sich auf die Seite der Iraker gestellt.

Das Zukunftsbündnis unter Saad Hariri ist direkter Konkurrent der hisbollah bei den Parlamentswahlen am 7. Juni.



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