Irak: Al Sadr meldet sich gemäßigt zurück

header5Der irakische schiitische Führer Muqtada al-Sadr hat zum „Widerstand gegen die Besatzer“ im Irak aufgerufen – aber die Iraker sollten auch der neuen Regierung, an der Al Sadrs Block beteiligt ist, eine Chance geben. Der Aufruf ist seine erste öffentliche Äußerung nach dem Ende des selbstauferlegten Exils im iranischen Qom Al Sadrs. Das berichtet Al Dschasirah.

Die neue irakische Regierung solle dafür sorgen, dass alle US-Truppen bis zum Jahresende den Irak verlassen haben, so der Geistliche. Man trete der Besatzung bewaffnet, kulturell und auf jede mögliche Weise entgegen, erklärte Al Sadr in der schiitisch dominierten Stadt Nadschaf vor begeisterten Zuhörern. An der Regierung sind auch sechs Minister aus Al Sadrs Block beteiligt. Al Sadr rief auch dazu auf, der neuen Regierung eine Chance zu geben.

Ein Abkommen zwischen Irak und den USA sieht den Truppenabzug zum Jahresende vor, allerdings äußerten Politiker beider Länder Zweifel, an der Umsetzbarkeit dieses Plans, da die irakischen Sicherheitskräfte noch nicht in der Lage seien, das Land zu schützen.
Al Sadrs war ab 2003 ein einflussreicher Führer der Schiiten und verfügte über die bewaffnetet Mahdi-Armee, die sich blutige Kämpfe mit US-Soldaten lieferte, 2008 stellte die Truppe ihre Aktivitiäten ein. Seit 2006 hatte sich Al Sadr im Nachbarland Iran zu Studien aufgehalten.


Die Webseite zitiert den Irak-Experten Ali Al Saffar, der die Äußerungen Al Sadrs zur Regierung als Umdenken des Geistlichen interpretiert. Konfessionell begründeter Bürgerkrieg und Terror seien in der derzeitigen Stimmung nicht angebracht. Al Sadr habe seinen Ton gemäßigt. Seine Bewegung profitiere derzeit vom demokratischen Prozess. Sie hätten 39 Parlamentssitze und 6 Ministerien.



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