Saudi-Arabien: Misshandeltes Hausmädchen verlässt das Land

Saudi-Arabien

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Eine indische Hausangestellte, die drei Jahre lang von ihren saudischen Arbeitgebern gefangengehalten wurde, hat nun das Königreich verlassen, um nach Indien zurückzukehren. Das indische Generalkonsulat in Dschidda kümmerte sich um die Ausreise der 40 Jährigen. Das berichtet Arab News.

Vishwanatha S. war im Jahr 2006 nach Dschidda gekommen, um im Haus einer Familie zu arbeiten. Nachdem die Frau nach einem Heimataufenthalt an ihren Arbeitsplatz zurückkehrte erlebte sie dort „die Hölle“, wie der indische Konsul S.D. Moorthy zitiert wird.

Demnach habe die Frau das Haus der Familie nicht mehr verlassen dürfen und habe keinen Lohn für drei Jahre Arbeit erhalten. Der Kontakt zu Verwandten und Freunden in Indien sei ihr ebenfalls verboten gewesen. Zudem habe man von ihr verlangt, sehr lange zu arbeiten und sie sei mißhandelt worden. Vor drei Wochen war sie ohne Papiere aus dem Haus geflüchtet und ins Konsulat gebracht worden. Laut dem Konsul sei die Frau nicht in der Lage gewesen, anzugeben, wo in Dschidda sie gefangen gehalten wurde. Nach einem Krankenhausaufenthalt erhielt sie vom Konsulat ein Rückreiseticket nach Mumbai. Die Frau ist vollkommen mittellos, da unklar ist, wer ihr den Lohn für drei Jahre Arbeit schuldet. Rund 10 000 indische Hausmädchen arbeiten in Saudi-Arabien.

Vor drei Jahren hatte die indische Regierung festgelegt, dass nur noch Frauen ab 40 als Hausangestellte in das Königreich kommen dürfen und diese mindestens 1 500 saudische Rial pro Monat verdienen müssen.



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