Kuwait: Staatenlose als Lehrer

Die Arabische HalbinselDer kuweitische Bildungsminister Moudhy Al Homoud hat entschieden, künftig „Bidun“-Lehrer einzusetzen. Der Begriff „Bidun“ (arab. „ohne“) wird in dem Emirat für Einwohner ohne Staatsbürgerschaft benutzt. Dies berichtet die Zeitung „Kuwait Times“. Weiterhin kündigte das Ministerium an, ein Angebot für Einbürgerungen vorzulegen und sich der schwierigen Rechtslage dieser Bevölkerungsgruppe anzunehmen.

Zudem übte der Abgeordnete Mubarak Khrainej scharfe Kritik am Zentralkomitee für Angelegenheiten illegaler Einwohner, das mit Verwaltungsaufgaben für diese Gruppe betraut ist. Das Komitee habe dem internationalen Ansehen des Landes geschadet, weil es durch die Einrichtung zu Rechtsverletzungen gekommen sei. Viele „Biduns“ bemühten sich um Papiere anderer Staaten, weil ihnen dies mehr Rechte garantiere als ihr Status in ihrem Heimatland. Der Parlamentarier forderte weiterhin den Innenminister auf, ein schnelle Entscheidung über den Status von „Bidun“-Kindern zu treffen. Diese sollten Geburtsurkunden erhalten.

Bislang müssen „Biduns“ etwa vor Hochzeiten beim zuständigen Komitee einen kostenpflichtigen und oft langwierigen Prozess durchlaufen, bei dem es immer wieder zu Anschuldigungen und Demütigungen und Diskriminierungen gekommen sein soll. Die Abgeordnete Maasouma Al Mubarak forderte ebenfalls eine schnelle Einbürgerung. Die Entscheidung „Bidun“-Lehrer einzusetzen trage der demografischen Struktur des Emirats Rechnung.



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