Jemen: Verkaufsverbot für sieben Zeitungen

SanaaSanaaDas jemenitische Informationsminsterium hat einen Verkaufsstopp für sechs jemenitische Zeitungen an Kiosken und in Buchläden der Hauptstadt Sanaa angeordnet. Dies berichtet die „Yemen Times“, die von dem Verkaufsverbot nicht betroffen ist. Die Blätter „Al Mustaqilla“, „Al-Masdar“, Al Watani“, „Al Diyar“, „Al Nida“ und Al-Share“ sollen „der nationalen Einheit und Jemens Einheit geschadet“ haben, so zitiert das Blatt die Order des Generaldirektors des Ministeriums, Ibrahim Abdul Habib. Gemeint sei damit die Berichterstattung über den Konflikt im Süden des Landes.

Zudem sei das Druckhaus von Al-Ayyam in Aden von Sicherheitskräften umstellt worden, um die Auslieferung der Auflage von 70 000 Exemplaren zu verhindern. Die Aktion wurde damit begründet, dass das Blatt „Jemens Einheit schade und eine Rebellion provoziere“. Der jemenitische Journalistenverband kritisierte das Vorgehen als „Massaker an der jemenitischen Presse und Angriff auf die Stützen der Demokratie und Meinungsfreiheit“ zudem sei die Aktion ein klarer Verstoß gegen die Verfassung. Der Verband warnte davor, Krisen als Rechtfertigung für die Einschränkung von Rechten zu nutzen und rief zur Verteidigung der Demokratie auf.

Der Chefredakteur der betroffenen Al Nida, Sami Ghalib, bezog das Vorgehen des Ministeriums direkt auf eine Weisung von Präsident Ali Abdullah Saleh, der in eine Rede die Presse kritisiert habe.



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