Jemen: Machtvakuum in Aden

Die Flagge des Jemen

In der südjemenitischen Hafenstadt Aden dominieren verschiedene bewaffnete Gruppen die Straßen. In einem Report beschreibt die Yemen Times wie die  Stadt durch das Machtvakuum zum Ort des Chaos wird. 

Demnach gibt es in den Vierteln Al-Mansura und Al-Maala keine offiziellen Sicherheitskräfte mehr. Stattdessen haben vielerorts  Bewaffnete politischer Gruppen oder als Vertreter der Anwohner die offiziellen Sicherheitsposten übernommen, einzelne Bewaffnete oder ganze Gruppen zeigen auf den Straßen Präsenz.  Es kommt zu Blockaden, Sabotageakten (gegen andere Gruppen), zudem treten Extremisten offen auf, beschreibt ein Anwohner.
Ein Einwohner aus Scheich Othman sagt, nachts sei es in dem Viertel nicht mehr sicher, wegen der Gefahr ausgeraubt zu werden. Das durch die unklare politische Situation entstandene Machtvakuum versuchen verschiedene, teilweise verfeindete Gruppen zu füllen: Die Ansar als Scharia (gelten als Al Qaeda nah), die Separatistenbewegung des Südens, die Islah-Partei, Anhänger von Ex-Präsident Ali Abdullah Saleh sowie Salafistische Gruppen. Mehrere dieser Gruppen verfügen über eigene Waffen bzw. bewaffnete Kämpfer. Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen mit offiziellen Sicherheitskräften.

Zudem hätten im vergangenen Jahres arbeitslose Jugendliche begonnen, Geld damit zu verdienen, bewaffnet Autos an Tankstellen vor Überfällen zu bewachen. Unter ihnen seien auch Kriminelle. Schon zu Beginn der Proteste gegen den Ex-Präsidenten sollen bewaffnete Stammeskämpfer in die Stadt gebracht worden sein.

Ein offizieller Vertreter der Stadt erklärte auf einer Pressekonferenz, zwei LKW mit Waffen für die offiziellen Sicherheitskräfte vor Ort seien verschwunden. In einigen Moscheen (z.B. in Scheich Othman) würden zudem Gläubige mit radikalen Parolen und Druckwerken für den „Kampf gegen den Atheismus“ aufgestachelt, so ein Analyst vor Ort. In Dar Bani Saad gebe es tägliche Kundgebungen durch Afghanen, Pakistanis und Inder, die dazu aufrufen, für den Dschihad das Land zu verlassen.



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