Jemen: Houthis nennen Wahabiten als Entführer

Die Flagge des Jemen

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Die Entführung eine Gruppe von Ausländern in nordjemenitischen Saada, bei der mindestens drei Frauen ums Leben kamen, sollen von Wahabiten durchgeführt worden sein. Dies berichtet die jemenitische Zeitung Yemen Times. Die Leichen der drei Frauen waren von jemenitischen Schafhirten gefunden worden. Eine deutsche Familie und ein britischer Ingenieur werden noch vermisst.

Zunächst hatte die jemenitische Regierung die in Saada beheimatete schiitische Gruppe um Al-Houthi als Entführer verdächtigt, mit denen sich Regierungssoldaten seit Jahren kommt in der Region immer wieder Gefechte lieferten. Ein Sprecher der Houthi-Anhänger, dementierte dies jedoch. Stattdessen äußerte er gegenüber dem Blatt den Verdacht, dass sunnitische Fundamentalisten, die dem in Saudi-Arabien verbreiteten Wahabismus angehören, für das Verbrechen verantwortlich sind.

Laut Yemen Times soll es im Nordwesten des Landes dschihadistische Zellen geben, die Kämpfer für Al Qaeda ausbilden. Muhsin Al Ahmar, der für die Armee in diesem Teil des Landes zuständig ist, soll selbst extremistische Ansichten vertreten und in Kontakt zu Al Qaeda stehen.

Einige der ausländischen Kollegen der Entführten, die für die niederländische Organisation Worldwide Service im Jumhuri-Krankenhaus arbeiten, sollen die Unruheprovinz Saada bereits verlassen haben, die Übrigen sollen folgen. Laut Yemen Times kam es in einem von Houthis kontrollierten Gebiet zu einer Demonstration gegen den Terrorakt, in der die Solidarität mit den Entführten ausgedrückt worden sei.

Unterdessen gebe es unter den Einwohnern Saadas Spekulationen, dass die Ermordeten, die über eine Bibelschule organisiert waren, im Jemen missioniert haben sollen. Einige Imame vor Ort sollen gesagt haben, dass Ärzte während ihrer medizinischen Tätigkeit auch missioniert hätten. Die medizinischen Fachkräfte sollten jemenitische Ärzte und Plegepersonal unterstützen.

Laut dem Blatt ähnelt der Mord einem Fall aus dem Jahr 2002, als ein US-Amerikaner, der für ein baptistisches Missionswerk tätig war und in einem Krankenhaus in Jibla, südlich von Sanaa, arbeitete, von Extremisten erschossen wurde. Zudem habe es 1998 einen Mord an drei katholischen Schwestern gegeben. Diese arbeiteten in einer Klinik in der Küstenstadt Hodeidah am Roten Meer.



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