Bahrein: Regierung geht gegen Schiiten vor

The MIddle East as seen from spaceKurz vor den Wahlen in Bahrein hat das Königreich am Golf einem einflussreichen schiitischen Geistlichen mit engen Verbindungen in den Irak, die Staatsbürgerschaft entzogen. Ajatollah Hussein Al Nadschati, der als bahreinischer Stellvertreter der irakischen Großajatollah Ali Al Sistani. Dies berichtet die kuweitische Zeitung Kuwait Times. Die Aktion zeige die zunehmende Härte des sunnitischen Königshause gegen die schiitische Bevölkerungsmehrheit des Landes, die traditionell mit Iran und Irak verbunden ist. LAut offizieller Begründung habe Al Najati die Staatsbürgerschaft rechtlich nicht einwandfrei erworben. Auch die Pässe seiner Frau und seiner Kinder wurden eingezogen.

Seit August kommt es in Bahrein zu einer Verhaftungswelle, die zu Straßenschlachten und Demonstationen geführt haben. Die sunnitische-geführte Regierung beklage sich derweil öffentlich über den wachsenden Einfluss des Iran. Das Blatt sieht in der Ausbürgerung einen Warnschuss an andere schiitische Geistliche, die sich gegen den Staat engagieren. Zudem sei, die vor zehn Jahren als „demokratisches Experiment am Golf“ bezeichnete Öffnung in Frage gestellt.

Seit Mitte August seien 250 schiitische Aktivisten verhaftet worden, 23 von ihnen wird vorgeworfen, den Sturz der Regierung geplant zu haben. Zudem wurde in der vergangenen Woche die „halb-unabhängige“ Menschenrechtsorganisation geschlossen und durch Regierungsabgesandte ersetzt.

Al Najati uns seine Familie werden durch die Maßnahme vermutlich zu Staatenlosen, wovon viele Schiiten vor den politischen Reformen von vor zehn Jahren betroffen waren. Sie dürfen nicht wählen und erhalten keine staatliche Unterstützung.

Einem weiterer prominenter schiitischer Prediger wurde von staatlicher Seite eine zweiwöchige Zwangspause für Predigten auferlegt. Scheich Abdul Dschalil Al Miqdad hatte die Verhaftungen von Schiiten kritisiert.



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