Bahrain: Neuer Prozess gegen Mediziner

Arabische Halbinsel

In Bahrain wurde erneut ein Wiederaufnahmeverfahren gegen Mediziner eröffnet, denen man Verbrechen während der Proteste in dem Inselstaat vorwirft. Die 20 Ärzte und Krankenschwestern waren bereits Ende September unter anderem wegen Waffenbesitz, Anstiftung zum konfessionellen Konflikten und Hass gegen das Regime verurteilt worden. Der Prozess wurde international kritisiert. Das berichtet Al Dschasirah

Zudem wirft man den Medizinern vor, das Krankenhaus Salamiya Medical Complex mit Gewalt besetzt zu haben, wo die Angeklagten arbeiteten. Die Angeklagten sagten aus, lediglich ihre Arbeit gemacht zu haben und dabei auch verletzte Demonstranten versorgt zu haben. Am 16. März hatten bahrainische Sicherheitskräfte die Klinik gestürmt, die in der Nähe des Protestzentrums am Perlenkreisel liegt.Einige Verurteilte Mediziner hatten von Folter während ihrer Haft berichtet.

Ein weiteres Verfahren hatte im Oktober begonnen, von der Regierung als Wiederaufnahmeprozess bezeichnet. Die Opposition sprach von einer Anfechtung des Urteils.Laut Angaben einer Menschenrechtsorganisation soll jetzt tatsächlich das Wiederaufnahmeverfahren beginnen und die Beweise erneut geprüft werden. Die Mediziner wurden von einem speziellen Gericht für Sicherheitsangelegenheiten von Miltärrichtern zu Haftstrafen zwischen fünf und 15 Jahren verurteilt.  Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte das Urteil kritisiert.

Der Bahrainische Generalstaatswalt hatte am 5 Oktober bekanntgegeben, dass ein Zivilgericht die Fälle wiederaufnehmen werde und die Urteile quasi für nichtig erklärt.



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