Bahrain: Folteranklage gegen Polizisten

Arabische Halbinsel

Bahrains Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen sieben Polizisten erhoben – sie sollen während der Proteste im Inselstaat Inhaftierte schiitische Mediziner misshandelt haben. Das berichtet Al Dschasirah.

Zwei der Angeklagten müssen sich vor dem Hohen Strafgericht wegen des „Einsatzes von Folter und Drohungen gegenüber sechs Medizinern“ verantworten. Sie hätten versucht, Geständnisse zu erzwingen, so eine offizielle Stellungnahme. Dieser war auch zu entnehmen, dass alle erzwungenen Geständnisse im Prozess gegen die Mediziner nicht zugelassen wurden.

Die weiteren Angeklagten müssen sich vor dem unteren Strafgericht verantworten. Die sieben Angeklagten sind Leutnants des Innenministeriums. Zehn weitere Polizisten wurden wegen schlechter Behandlung von Inhaftierten befragt. Am ersten Oktober soll eine Anhörung stattfinden.

Im Juni hatte das bahrainische Berufungsgericht die Haftstrafen gegen neun Mediziner aufgehoben. In neun weiteren Fällen wurden die zunächst ausgesprochenen Haftstrafen durch das Gericht verkürzt. Die betroffenen Ärzte und Krankenschwestern waren zur Zeit der Proteste im Salmaniya Medical complex in Manama tätig, als Sicherheitskräfte das Krankenhaus stürmten.



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